Machen Roboter uns alle arbeitslos?

Diese Frage stellt sich die Zeit online in ihrem lesenswerten Artikel „Eine Roboterpauschale ist keine Lösung„. Das finden wir auch! Die Vergangenheit hat bisher gezeigt, dass Technik zwar Prozesse beschleunigt und auch Arbeitsplätze wegrationalisiert. Langfristig wurde der Verlust an Arbeitsplätzen aber kompensiert. Ob das auch in Zukunft der Fall sein wird, kann wohl im Moment niemand vorhersehen.

Blue Card – neue Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt

Nachdem Bundestag und Bundesrat das Gesetz über die neue Blue Card genehmigt haben, wird nun ab Sommer 2012 der Zugang für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern erleichtert. Wie bereits berichtet, kommen außerdem zunehmend Arbeitskräfte aus den südlichen Euro-Ländern, die durch die Schuldenkrise Fachkräften keine Arbeitsmöglichkeiten derzeit anbieten können.  Beides gute Nachrichten für die deutsche Wirtschaft. Die Zuwanderung aus Südeuropa hilft bereits jetzt, fehlende Fachkräfte zu rekrutieren. Die Blue Card wird mittel- und langfristig zur Schließung der Lücke beitragen, wenn nicht nur konjunkturell, sondern auch demographisch der Fachkräftemangel sich weiter bemerkbar macht.

Im Einzelnen geht es unter anderem um folgende Erleichterungen (Quelle: Bundesregierung):

• Neben einem Hochschulabschluss ist für den Erwerb der Blauen Karte EU ein Arbeitsverhältnis erforderlich, mit dem ein Bruttojahresgehalt von mindestens 44.000 Euro erzielt wird (vorher 66.000 Euro)

• Auf eine Prüfung, ob das Unternehmen heimische Arbeitskräfte hätte einstellen können, soll künftig verzichtet werden (Vorrangprüfung).

• Für Hochqualifizierte in festgelegten Mangelberufen gilt eine Gehaltsgrenze von 34.944 Euro. Dazu zählen insbesondere Ingenieure, akademische und vergleichbare Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Ärzte.

• Auch bei diesen Hochqualifizierten wird auf die Vorrangprüfung verzichtet, eine Prüfung der Vergleichbarkeit der Arbeitsbedingungen findet jedoch statt.

• Eine Niederlassungserlaubnis erhalten Blue-Card-Inhaber nach drei Jahren, wenn ihr Arbeitsverhältnis fortbesteht. Wenn deutsche Sprachkenntnisse der Stufe B1 nachgewiesen werden, kann die Niederlassungserlaubnis bereits nach zwei Jahren erteilt werden.

 

Xing untersucht Wechselwilligkeit von Arbeitnehmern

Laut XING geben ca. 21 % der Mitglieder an „offen für Karrierechancen“ zu sein. Diese wechselwilligen Arbeitnehmer hat das Business Portal in einer Studie näher untersucht und einen direkten Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Wechselwilligkeit herausgefunden: In Konzernen über 10.000 Mitarbeitern ist die Bereitschaft für einen Unternehmenswechsel geringer als in kleineren Firmen.

Am ehesten zieht es Arbeitnehmer aus den neuen Bundesländern in neuen Jobs (rund 30 %), dicht gefolgt von Recklinghausen, Augsburg und Osnabrück. Standortverbundener zeigen sich die Arbeitnehmer in Frankfurt (Main), Bonn, Darmstadt, Stuttgart und Düsseldorf – hier signalisieren jeweils weniger als 20 Prozent der Arbeitnehmer Interesse an einer neuen Karrierechance. Diese Erfahrung machen wir in unserem täglichen Job ebenfalls. Auch die Bereitschaft, in die neuen Bundesländer zu Wechseln, ist nach unserer Erfahrung eher als gering einzustufen.

Betrachtet man die Branchen, liegt das Gesundheitsweisen laut Xing-Analyse an der Spitze. Hier kann sich fast jeder dritte einen Firmenwechsel vorstellen. Ähnliche Probleme sehen sich Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe sowie der Handel gegenüber. Den niedrigsten Wechselwilligkeitswert – nur ca. 20% – zeigen Arbeitnehmer im Consulting, bei Finanzdienstleistungen und der IT- und Telekommunikationsbranche. Dieses Ergebnis können wir bestätigen, suchen wir doch vornehmlich genau in diesen Branchen nach Fach- und Führungskräften für unseren Kunden.

Hier noch die Ergebnisse im Überblick:

Die 5 Städte mit dem höchsten Anteil an Wechselwilligen

1.    Halle (Saale)
2.    Magdeburg
3.    Rostock
4.    Potsdam
5.    Leipzig

Die 5 Städte mit dem niedrigsten Anteil an Wechselwilligen

1.    Frankfurt (Main)
2.    Bonn
3.    Darmstadt
4.    Stuttgart
5.    Düsseldorf

Die 5 Branchen mit dem höchsten Anteil an Wechselwilligen

1.    Gesundheitswesen
2.    Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe
3.    Handel
4.    Technikbranche
5.    Industrieller Anlagenbau

Die 5 Branchen mit dem niedrigsten Anteil an Wechselwilligen

1.    Consulting
2.    Finanzdienstleistungen
3.    IT und Telekommunikation
4.    Medienbranche
5.    Medizinische Berufe

Freelancer auf dem Vormarsch

Ein neuer Job gerne, aber bitte auf eigene Rechnung

Im Zuge unserer täglichen Suche nach Fach- und Führungskräften bekommen wir diese Antwort immer öfter. Um ein Beispiel zu nennen: In unserem Portfolio gibt es aktuell circa 60 qualifizierte Java-Entwickler, die auch dringend am Markt benötigt werden, die aber ihre „Freiheit“ nicht aufgeben möchten. Unternehmen, die bisher ungern auf Freelancer zurückgegriffen haben, müssen sich zunehmend mit diesem Job-Modell anfreunden, um ihre Projekte realisieren zu können. Selbstverständlich gilt dieser Trend nicht für alle Branchen und Jobs, aber wir sehen eine deutliche Zunahme von Menschen, die lieber Projekt-bezogen arbeiten, als sich langfristig an ein Unternehmen zu binden.

Dem Freiheitsdrang im Job trägt auch Xing mit dem Freelancer-Marketplace Rechnung, der zurzeit in einer Betaversion zur Verfügung steht. Hier schreiben Auftraggeber ihre Projekte aus und erhalten Bewerbungen von qualifizierten Freelancern.

Wer heute einen High Potential im IT-Umfeld einstellen will, muss mehr bieten als eine interessante Tätigkeit in einem schicken Büro. Flexible Arbeitszeitmodelle fallen bei Kandidaten zunehmend ist Gewicht. Einen Teil des Jobs im Home Office ausüben zu können, gehört zwar nach wie vor noch nicht zum Standardangebot, aber solche Modelle locken Talente ins Unternehmen.

Inzwischen gibt es für alle Arbeitsweisen neue Konzepte mit klingenden englischen Namen. Die Immobilieneigentümer werden zusehends kreativer, um der veränderten Arbeitswelt Rechnung zu tragen. Für alle, die am liebsten im Home Office arbeiten, kann auf ein Virtual Office zurückgegriffen werden. Will sagen, man bekommt eine Postadresse, Firmenschild und Telefonservice, mietet aber keine Fläche an. Diejenigen, die nur ab und an einen Büroarbeitsplatz brauchen, finden sich dann im Coworking Office wieder, an denen professionellen Arbeitsplätze stunden-, tage- oder wochenweise angemietet werden können Und dann gibt es noch die klassischen Business Center inkl. Firmensitz etc. – erweitert um Office Sharing, wo die Kosten noch mal reduziert werden können, in dem die Bürofläche mit anderen geteilt wird.

Wir haben zu all dem Sami Steinbach, Vorstandsvorsitzender der Angermann Real Estate Advisory AG gefragt, welche Auswirkungen dieser Trend seiner Meinung nach auf zukünftige Büros und die Nachfrage nach Büroflächen haben wird:

HeadQuest: Herr Steinbach, Angermann seit annähernd 60 Jahren im Bereich der Immobilienvermietung. Haben solche Trends auf dem Arbeitsmarkt überhaupt eine nachhaltige Auswirkung auf den Büromarkt?

Steinbach: Veränderungen in der Arbeitswelt haben oftmals auch einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Büromarkt. Hinsichtlich der geschilderten Zunahme von Freelancern ist uns bisher jedoch noch keine deutlich spürbare Konsequenz bezüglich des Anmietungsverhaltens oder der Flächengestaltung aufgefallen. Gleichwohl legen immer mehr Unternehmen Wert auf die Überprüfung ihres tatsächlichen Büroflächenbedarfs. Fällt dabei auf, dass eine hohe Anzahl der Arbeitsplätze nicht ausreichend frequentiert ist, zum Beispiel dadurch, dass Arbeitsgebiete und Tätigkeiten wie Außendienst, Projektarbeit oder Beratung nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden sind, besteht Handlungsbedarf. Sollte sich also der Freelancer-Trend in Zukunft weiter verstärken wird eine Reaktion auf dem Büromarkt nicht ausbleiben. Das Einführen von Desk-Sharing und Flexible-Office-Strukturen könnte eine solche sein.

HeadQuest: Glauben Sie, dass durch solche Entwicklungen der Büroflächenbedarf zurückgehen wird?

Steinbach: Das ist schwer zu sagen, ich glaube aber eher nicht daran. So sind diese Entwicklungen zumeist nur auf spezielle Branchen wie eben die IT beschränkt. Zwar ist in den Unternehmen eine Vergrößerung der IT-Abteilungen zu beobachten, dennoch bleibt die Zahl der Arbeitnehmer, die als Freelancer tätig sein können vergleichsweise klein. Die Frage ist auch, ob selbst diese nicht gelegentlich einen Büroarbeitsplatz benötigen. Wir haben zudem festgestellt, dass es mittlerweile auch eine Bewegung weg vom Home Office hin zum Büro gibt. Viele Arbeitnehmer vermissen zu Hause den Austausch mit den Kollegen und können vorhandene Synergiemöglichkeiten nicht adäquat nutzen. Andere Unternehmen entdecken die Möglichkeiten des Home Offices hingegen gerade erst für sich. Es bleibt also spannend, wo die Reise hingeht.

HeadQuest: Welche Möglichkeiten haben Arbeitgeber hinsichtlich der Gestaltung des Arbeitsplatzes, um begehrte Fach- und Führungskräfte doch ans Unternehmen zu binden?

Steinbach: Aufgrund der zunehmenden Schwierigkeit Fachkräfte zu finden, hat die qualitative Beschaffenheit des Arbeitsplatzes zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein hohe Aufenthaltsqualität sowie eine schnelle Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und das Straßennetz sind Kriterien, die den entscheidenden Ausschlag geben können. Gleiches gilt für die Qualität der Büroflächen. Räumlichkeiten, die Aspekte wie Akustik und raumklimatische Bedingungen gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigen, sind heutzutage nicht mehr zeitgemäß.

HeadQuest: Was können Immobilieneigentümer tun, um der neuen Arbeitswelt Rechnung zu tragen?

Steinbach: Generell ist es für Immobilieneigentümer wichtig, ihre Flächen hinsichtlich Profil und Qualität nach den bestehenden Anforderungen auszurichten. Viele Vermieter tun dies auch und einige reagieren schon jetzt sehr flexibel und schnell mit kreativen oder individuellen Angeboten auf sich entwickelnde Trends.

Weitere Hürden fallen für ausländische Fachkräfte

Die Koalition will weitere Hürden senken, um Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiver zu machen. Dafür soll die bislang geltende jährliche Verdienstgrenze von 66.000 Euro (das ist schon für einen Ingenieur ein stattliches Gehalt) auf 44.800 Euro gesenkt werden. Außerdem soll es ein neues Visum geben: Ausländer aus Nicht-EU-Ländern können für sechs Monate einreisen, um einen Arbeitsplatz zu suchen, vorausgesetzt, Sie können in dieser Zeit selber für sich aufkommen. Finden sie dann einen Job, muss dieser über der neuen Verdienstgrenze von 44.800 Euro liegen.

Bisher haben die Maßnahmen nicht spürbar gegriffen. Wenn ausländische Fachkräfte nach Deutschland kommen, dann vor allem, weil eine Krise im Heimatland es notwendig macht (wie jüngst in Spanien und Griechenland). Deutschland hat es in den vergangenen Jahren verpasst, eine Marke als attraktives Arbeitgeberland aufzubauen. Dennoch begrüßen wir die neuen Ideen, um die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Arbeitsmarkts weiter zu verbessern.

Was managed eigentlich ein Social Media Manager?

Dazu muss man verstehen, was unter dem Begriff Social Media zusammengefasst wird. Übersetzen wir das Wort, kommen wir auf Soziale Medien, und damit sind vor allem die Sozialen Netzwerke (Social Networks), wie Facebook, google+, Xing sowie brancheneigene Netzwerke gemeint.

Und es gibt eine Menge zu managen! Der Social Media Manager kontrolliert, steuert und koordiniert alle Aktivitäten des jeweiligen Unternehmens in diesen Netzwerken. Genau wie in den klassischen Medien (zur Erinnerung für Digital Natives, das sind z.B.: Zeitung, Fernsehen, Radio etc.) werden Kampagnen entwickelt und einem Controlling unterzogen. Der Social Media Manager ist also das Verbindungsglied zwischen der Firma und der Netzwerk-Gemeinde. Er muss sich eng abstimmen mit der PR- und der Marketing-Abteilung, um eine integrierte Gesamt-Kommunikation gewährleisten zu können. » weiterlesen „Was managed eigentlich ein Social Media Manager?“

Spanien in der Krise – Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt?

Wir haben mit unserer Recruiterin in Spanien über die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt gesprochen. Für sie gestaltet sich die Situation Zurzeit wie folgt:

In Spanien herrscht noch immer Krise. Die Arbeitslosenquote bei jungen Erwachsenen liegt bei 25%. Laut Eures waren im August 2011 46,2 Prozent der Spanierinnen und Spanier zwischen 15 und 24 Jahren ohne Arbeit. Spanien bildet somit in dieser Altersgruppe das Schlusslicht unter den EU-Staaten.

Derzeit gibt es viele Streiks, bei uns vor der Haustür ist es der Gesundheitssektor, der mehrmals in der Woche auf die Straße geht und mit Pfeifen und Plakaten auf die schlechte Bezahlung aufmerksam zu machen.

Weil die Ausbildung in Spanien nicht fundiert genug ist, wird in den meisten Positionen Erfahrung in einer ähnlichen Position von mindestens ein bis zwei Jahren erwartet, die die Fertigstudierten oder die mit abgeschlossenem Modul natürlich noch nicht bieten können und auch nicht bekommen, weil sie nicht angestellt werden.

Viele junge Menschen, die ein abgeschlossenes Studium haben, finden hier keinen Job in ihrem Bereich und arbeiten daher als Kellner, in Aushilfsjobs wie Bäckereien und Messen. Einige, die sie persönlich kennt, ziehen in andere Gegenden Spaniens, andere in andere Länder um, wo sie sich höhere Chancen erwarten.  Wird dann eine Stelle besetzt, ist sie erst einmal auf sechs Monate, anschließend auf ein Jahr, manchmal auf ein weiteres Jahr befristet und wird dann erst als unbefristet angeboten.

Kein Wunder also, dass 130.000 ausreisewillige Spanier bei Eures registriert wurden und das Goethe-Institut eine Zuwachs bei den Deutschkursen in Spanien bestätigt. Die größte Hürde bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt ist die Sprachbarriere. Dies bestätigt auch Monika Varnhagen, Direktorin der Zentralen Ausland- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. In einem Interview auf Welt online im Juli letzten Jahres sagte sie, dass es ein großes Potenzial in Spanien gäbe, Tausende von Ingenieuren seien arbeitslos, auch IT-Spezialisten. Das Interesse an Deutschland sei groß. Die größte Hürde seien die fehlenden Sprachkenntnisse. Mancher Arbeitgeber in Deutschland akzeptiere einen Bewerber mit geringen Deutsch-, aber guten Englischkenntnissen, der dann vor Ort Deutsch lerne.