Digitalisierung als ergänzendes Werkzeug

Mittlerweile hat der Begriff der Digitalisierung nahezu jedes Spielfeld im Wettbewerb um optimales Recruiting erreicht. Zahlreiche Beiträge sind zu dem Thema im Netz zu finden. Doch wie sieht der Fortschritt genau aus und bringen moderne Daten-Lösungen auch konkreten und messbaren Mehrwert für unsere Branche? Wer nach der einzig richtigen Antwort sucht, wird enttäuscht werden. Zu vielfältig sind die Anforderungen an zeitgemäßes Recruiting, zu verschieden die Aufgaben und möglichen Lösungen. Und doch lohnt ein weiterer Blick auf dieses omnipräsente Thema.

Um Vergleichbarkeit mit bestehenden Strukturen herstellen zu können, ist eine Evaluierung des Ist-Zustandes Grundvoraussetzung. Alle verfügbaren und objektiv messbaren Daten müssen erfasst werden. Ist das Re-Design und die Implementierung neuer Software und/oder Arbeitsabläufe erfolgt, kann ein Performance-Vergleich der Prozesse erfolgen. Ist die Erfolgsqoute höher? Wie hat sich der zeitliche Einsatz pro Vermittlung entwickelt? Kann Kunden-Feedback weitere Erkenntnisse liefern?

Mensch und Maschine, nicht Maschine statt Mensch

Je länger man sich mit dem Thema beschäftigt, desto klarer wird, dass es zu komplex ist, um rein digital abgebildet zu werden. Die bewährten Soft Skills sind nicht zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Ohne Erfahrung bei der Deutung von Daten und persönlichen Eindrücken, ohne das Setzen von individuellen Auftrags-Schwerpunkten und ohne charismatischen Einsatz im persönlichen Dialog mit Bewerbern und Entscheidern wird auch in Zukunft kein Erfolg zu erzielen sein. Ein gutes Netzwerk braucht Menschen: Auch die umfangreichste Kartei ist ohne persönliche Kontakte kaum etwas wert.

IT-gestütztes Personalmanagement sollte als Teil eines Prozesses angesehen werden, nicht als alleiniges Allheilmittel. Um das Werkzeug produktiv nutzen zu können, muss die Basis bereits gegeben sein. Matching-Algorithmen und Big Data funktionieren nur in einer bereits effektiven Umgebung. Anders gesagt: Wenn die Prozesse bisher nicht produktiv waren, wird nur eine neue Software wenig daran ändern. Zudem muss die Qualität der Bedienung gewährleistet sein und intensive Schulungsarbeit ist eine Grundvoraussetzung, damit die neuen Besen gut kehren.
Am Ende gilt weiterhin die alte Wahrheit: „A fool with a tool is still a fool.“

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