Recruiting – Analysen, Entwicklungen, Trends

Die Entwicklungen im Bereich Personalberatung sind vielschichtig und nicht jeder ist gleichermaßen von einzelnen Trends betroffen. Aber eins ist sicher: Auch in den nächsten Jahren wird Recruiting sich noch mehr auf IT stützen und damit abermals technischer und schneller werden.

Computergestützte Analyse als Basis von allem

Selbstverständlich können selbst aktuellste Programme den Faktor Mensch nicht ersetzen. Ihr Gewicht in der Definierung von Bedarfen und bei der Erstellung von Profilen nimmt aber weiter zu. Zudem greifen sie direkt in die Kommunikation mit Bewerbern ein. Automatisierte Verfahren und Algorithmen prägen die immer analytischere Akquise. Personalberater müssen lernen, noch technischer zu denken und die aktuellen Werkzeuge in der Praxis einzusetzen. Durch Matching-Software und Kommunikationshilfen wie Chatbots erhält immer mehr künstliche Intelligenz Einzug in die alltäglichen Abläufe.

Alles in Echtzeit

Neben der wachsenden Bedeutung von KI und der Entlehnung von Tools aus Online-Marketing und Controlling prägt steigende Geschwindigkeit die Personalsuche. Ob bzw. wie das viel zitierte Thema Real Time Recruiting mit Leben gefüllt wird, muss sich noch zeigen. Unbestritten ist aber, dass Bedarfsanalyse, Priorisierung, Auswahl und Ansprache von Kandidaten – Stichwort Live Chat – erheblich beschleunigt werden. Rückblickende Studien werden zunehmend durch Echtzeit-Informationen und direkte software-basierte Empfehlungen ersetzt werden.

Active Sourcing und Talent Relationship

Ein Trend der letzten Zeit setzt sich deutlich fort: Die direkte Bewerberansprache wird nicht nur flankierend zur Suche per Anzeige eingesetzt, sondern ist auf dem besten Weg, die klassische Annonce zu ersetzen. Auch hier wird der steigende finanzielle Einsatz für Software zu spüren sein. Professionelles Active Sourcing braucht entsprechende Tools und geschulte Anwender. Plattformen wie LinkedIn und Xing aber auch Kanäle wie Facebook und Twitter müssen im Optimalfall gleichermaßen hochwertig bespielt werden. Xing trägt der Entwicklung z.B. mit dem TalentManager Rechnung, immer mehr entsprechende Programme behaupten sich am Markt. Viele Firmen nutzen das Potenzial ehemaliger Bewerber und Mitarbeiter und setzen auf Talented Rediscovery. Eine Vernetzung über die Bewerbungsphase oder gemeinsame Zeit hinaus bietet enorme Möglichkeiten. Vielleicht kommt man ja später noch einmal zusammen. Eine persönliche Nachricht, die zeigt, dass man sich mit dem Profil des Gegenübers ausführlich beschäftigt hat, ist ein guter Anfang. Eine regelmäßige Kontaktaufnahme dient einer langfristigeren Bindung.

Chefsache Recruiting, „Go mobile!“

Die Priorität qualitativ hochwertigen Recruitings nimmt überall zu. Bei vielen Arbeitgebern werden die Begleitung des Prozesses und die abschließende Auswahl zur Chefsache. Eine direkte Folge sind steigende Budgets für die Akquirierung.
Diese Mittel sollten auf jeden Fall auch in den Bereich Mobile Recruiting fließen. Neben der Selbstverständlichkeit einer mobilen Bewerbungsmöglichkeit und den damit verbundenen Vorteilen gerade auf dem umkämpften Markt für talentierte Millennials, erwirbt das zeitgemäß agierende Unternehmen damit Pluspunkte bei Google. Tatsächlich hat das Unternehmen angekündigt, zukünftig den Mobile Index zum Standard zu erheben und damit vor den Desktop Index zu setzen.
Neben allen Neuerungen und Weiterentwicklungen bleibt die eigene Unternehmens-Website wichtigstes Element der informellen Eigendarstellung und sollte dieser zentralen Bedeutung gemäß gepflegt und intensiv betreut werden.

Die nächsten Jahre bleiben spannend

Zusammenfassend kann konstatiert werden: KI wird noch mehr unterstützen und die Anwender müssen entsprechend weitergebildet werden. Die Anzahl der möglichen Kanäle zum Bewerber steigt und verlangt mehr Ressourcen. Insgesamt beschleunigen sich alle Prozesse im Recruiting. Langfristige Verbindungen sind Investitionen in Mitarbeiter von morgen.

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